Schutz vor EHEC

Ihr habt sicherlich mitbekommen, dass im Moment ein lästiger Keim die Runde macht, der im schlimmsten Falle auch zum Tode führen kann. Es handelt sich dabei um einen EHEC-Erreger, genauer scheinbar dem Typs HUSEC 41.
Wer sich damit infiziert muss mit Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall bis hin zu blutigem Durchfall und erheblichen Nierenschäden kämpfen.
EHEC-Erreger stammen hauptsächlich aus den Verdauungstrakten von wiederkäuenden Nutztieren, wie z.B. Kühen, Ziegen, Schafen etc aber auch bei Rehen und Hirschen. Selbst Schweine, Katzen, Geflügel und Hunde können als mögliche Träger in Frage kommen.
Da neben der Milch, dem Fell und dem Fleisch der Tiere manchmal auch der Kot (nämlich zum Düngen) genutzt wird oder unwissentlich kontaminiertes Wasser zum Gießen, können so die Keime auch auf unser Gemüse, welches wir später im Supermarkt kaufen, gelangen.
Deshalb soll man kein rohes Fleisch oder ungewaschenes Gemüse essen (im Moment wird insbesondere vom Verzehr roher Gurken, Tomaten und Blattsalate abgeraten).
Ist der Erreger in einem Menschen gelandet und dieser infiziert, kann er andere damit anstecken, wenn er beispielsweise auf der Toilette war, sich anschließend nicht die Hände wäscht und dann jemandem die Hand gibt oder etwas anfasst, was dann wieder ein anderer unwissentlich anfasst.
Im Moment findet die stärkste Verbreitung in Norddeutschland statt, weshalb hier auch der Ursprung vermutet wird – insbesondere Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
Als erste Ursache wurden Salatgurken aus Spanien gefunden, es ist aber nicht auszuschließen, dass noch anderes Gemüse betroffen ist.
Krankheitsfälle wurden inzwischen in jedem Bundesland gemeldet, mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz.
Das tückische am aktuellen EHEC-Keim ist, dass er gegen mehrere Sorten Antibiotika resistent sein soll, er kann also nur schlecht behandelt werden.

Ihr müsst nun aber keine Angst haben, denn es gibt Möglichkeiten euch vor einer Ansteckung zu schützen oder zumindest das Risiko erheblich einzuschränken.

  • Hände waschen!
    Wascht euch die Hände oft und gründlich. Auf jeden Fall wenn ihr auf der Toilette wart, aber am besten auch dann, wenn ihr in der Schule beispielsweise nur mal schnell eure Haare oder euer Make-Up auf der Toilette checken wollt. Wenn ihr die Toilette wieder verlasst, berührt den Türgriff nicht mit euren Händen, sondern möglichst mit dem Ellenbogen oder so, da ihr euch nicht darauf verlassen könnt, dass andere sich auch die Hände gewaschen haben und die werden ihre Keime dann am Türgriff hinterlassen.
    Wirkungsvolles Händewaschen dauert wenigstens 30 Sekunden.
  • Gemüse waschen!
    Wenn ihr Gemüse verwendet, zieht euch vorher Einmalhandschuhe an (die gibt es ganz günstig in jedem Drogeriemarkt) und wascht es dann sehr, sehr gründlich, z.B. mit einer Bürste. Im besten Fall kocht ihr es. Das mag alles übertrieben klingen, aber solange nicht klar feststeht, welches Gemüse den Keim enthält, bin ich lieber einmal zu vorsichtig, als zu nachsichtig.
  • Kein rohes Fleisch!
    Verzichtet, bis zur endgültigen Klärung auf rohes Fleisch wie Mett oder Hackfleisch. Esst nur Fleisch, welches wirklich gut durch ist, es sollte wenigstens für 10 Minuten bei 70°C erhitzt worden sein (die Garzeit gilt auch für das Gemüse)
  • Ein sauberer Arbeitsplatz!
    Reinigt die Arbeitsflächen in der Küche und sämtliches Geschirr und Besteck (Messer), sowie Schneidbretter vor und nach dem Kochen äußerst gründlich. Gerade Schneidbretter und Arbeitsplatten können hin und wieder desinfiziert werden, dafür gibt es Sprays, die man 30 Sekunden einwirken lässt, die Oberflächen dann feucht nachwischt und trocknen lässt.
  • Lebensmittel trennen!
    Alle Lebensmittel, die kontaminiert sein (also möglicherweise den Erreger enthalten) könnten, sollten streng getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewart werden, z.B. über Frischhaltedosen, Folien, Tüten etc.
  • Hände raus aus eurem Gesicht!
    Gerade, wenn ihr draußen unterwegs seid, fasst ihr im Laufe des Tages so vieles an, was auch andere Menschen berühren, die evtl. nicht so viel Wert auf ihre Hygiene legen, dass ihr stark darauf achten solltet, in dieser Zeit nie mit euren Händen ins Gesicht oder schlimmer noch an den Mund zu fassen.
    Wenn ihr z.B. bei Mäcces essen gehen wollt, wascht euch vorher die Hände oder desinfiziert sie (dafür gibt es Tücher für unterwegs) bzw. achtet darauf, den Burger nie direkt anzufassen.

So, das sind die wichtigsten Punkte, um euch zu schützen.
Und hier noch ein paar Informationen zur Inkubationszeit: Diese beträgt 1-3 Tage (dann bricht die Krankheit aus bzw ihr bemerkt die ersten Symptome).
Ansteckend seid ihr dann noch 5-10 Tage, manchmal sogar bis zu 4 Wochen.

Bleibt uns also ja gesund (^_^)

xxx, YM

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2 Senfs zu Schutz vor EHEC

  1. Annemarie meint:

    Also ich selber bin da eigentlich nicht so. Ich denke auch nicht das ich jetzt kein Gemüse mehr essen würde!
    Es ist auch nur eine normale Krankheit es sterben auch Menschen an einen normalen Magendarm Virus! Die die sterben haben meistens auch irgendwelche andere Krankheiten (o_O)’

    ”verzehr Roher Gurken , Tomaten und Blattsalat abgeraten” – Gestern kam das auch im Nachrichten da hab sie noch gesagt man soll es kochen –> Gekochte Gurke , Tomate (??) Na iiiiiih =D

    Ich lasse mich da nicht so von den Medien beinflussen, solange du gesund bist und dein Körper gut Antikörper bildet denke ich wirst du es auch nicht bekommen =D

    • YM meint:

      Na ja, so normal ist die Krankheit jetzt nicht, sie ist schon um einiges aggressiver, als das bei Magen-Darm-Grippe oder allgemein Darmerkrankungen sonst ist. Aber, selbst wenn es das nicht wäre, kann ich dankend auf Dünnpfiff verzichten. Das letzte worauf ich Lust hätte ist, alle 2 Minuten aufs Klo zu rennen und dass mir tagelang der A***** brennt (O_o)
      Da verzichte ich lieber 4 Wochen auf Gurken oder so und greif zu Tiefkühlgemüse, das tuts auch erst mal. (^^)

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