Anonymous: uhl-csu.de defaced

Gestern Uhls Hass-Rede auf die pösen Hacker, die pösen Chaoten aus dem CCC die pösen Piraten und überhaupt die ganze verdammt pöse Bevölkerung, die sich einfach nicht unter Generalverdacht stellen und überwachen lassen will. Heute die Antwort von Anonymous.
Die Aktivistengruppe hat mal ganz locker flockig, wie es ihre Art ist sich jemandem “persönlich” vorzustellen, die Website von Hans-Peter Uhl defaced.
Inzwischen findet, wer die Seite aufruft nur noch ein “It works”, vorher aber gab es das:

Wer uhl-csu.de googelt, findet die Website unter dem Eintrag “We Do Not Forgive” in den Suchergebnissen:
Ich bin über diese Aktion geteilter Meinung. Zum einen zeigt sie, dass Uhl sich auf Terrain begibt, auf dem er sich nicht auskennt und deshalb besser still sein sollte. Daher befürworte ich es prinzipiell, sich zu wehren, wenn jemand sich das Recht heraus nimmt zu verleumden, zu lügen und Millionen Menschen in ihrer persönlichen Freiheit einschränken zu wollen, obwohl sie unschuldig sind oder zumindest kein Verhältnis besteht zwischen dem, was sie tun, und dem was die Regierung möchte, um sie daran zu hindern. Fakt ist, der Mann hat einfach keine Ahnung. Deshalb Fresse halten.
Zum anderen aber, befürworte ich in diesem Falle nicht den Weg auf dem sich Anonymous wehren. Taktisch hätten sie unklüger kaum vorgehen können. Mit ihrer Aktion haben sie dem Uhl genau das bewiesen, was der bemängelt – nämlich dass überall nur böse Hacker (ist sowieso geil, die von denen er redet sind vermutlich zu 90% Black Hats bzw Cracker oder einfach nur schnöde Trickbetrüger) auf einen lauern.
Und dann der Rechtschreibfehler – übel.
Tüfteln schreibt man nämlich mit einem f.
Das wirft zusätzlich ein sehr sonderbares Licht auf die ganze Sache und ich bin mir nicht sicher, ob die Aktion jetzt wirklich so toll und überlegt war. Scheint mir eher eine Kurzschlusshandlung und die haben idR unangenehme Folgen.
Hier sehen wir an einem Beispiel, das aktueller kaum sein könnte, was kürzlich in einem Kommentar schrieb: Auch, wenn Anonymous ein lockerer Zusammenschluss aus Menschen mit gleichen Interessen ist, brauchen sie eine Grundstruktur und offensichtlich mehr Kommunikation untereinander, also Absprachen. Jemand mit Köpfchen, kann so eine Strategie kaum sinnvoll finden, wie sie bei Uhl gefahren wurde.
Wäre ich Anhänger von Anonymous, wäre ich jetzt heftig genervt. Wie will man so ernst genommen werden? =/

YM

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